Toxischer Job: Warum bleiben wir, obwohl wir wissen, dass er uns nicht guttut?
- info44776
- 14. März
- 2 Min. Lesezeit
Jeden Morgen mit einem schlechten Gefühl zur Arbeit gehen, ständig unter Druck stehen oder sich nicht wertgeschätzt fühlen – viele Menschen wissen genau, dass ihr Job ihnen nicht guttut. Und doch bleiben sie. Warum ist das so? Und wie kann man den inneren Konflikt zwischen Gefühl und Verstand auflösen, um eine Entscheidung zu treffen, die wirklich gut für einen ist?
Der Kampf zwischen Gefühl und Verstand
Unser Verstand sagt oft: „Bleib, du brauchst die Sicherheit, das Gehalt, den Status.“ Doch unser Gefühl schreit: „Geh! Diese Arbeit tut dir nicht gut.“ Dieser innere Konflikt ist völlig normal. Er zeigt, dass wir zwischen Angst vor Veränderung und dem Wunsch nach einem besseren Leben hin- und hergerissen sind.
Typische Gedanken, die uns am Gehen hindern:
„Es ist doch überall gleich. Ein anderer Job wird auch nicht besser sein.“
„Ich sollte mich nicht so anstellen, andere haben es schlimmer.“
„Was ist, wenn ich etwas Neues anfange und es noch schlimmer wird?“
„Ich brauche das Geld, ich kann mir keinen Jobwechsel leisten.“
Doch wenn wir ehrlich sind, wissen wir oft tief in uns, dass wir langfristig leiden, wenn wir in einem toxischen Arbeitsumfeld bleiben. Und aus meiner Erfahrung wird die Entscheidung oft vom zeitnah steikenden Körper abgenommen.
Warum bleiben wir trotzdem?
Gewohnheit und Sicherheit: Ein sicherer Job gibt Stabilität – und unser Gehirn liebt Stabilität. Veränderungen bedeuten Unsicherheit, und das macht uns Angst.
Loyalität: Manchmal fühlen wir uns dem Team oder dem Unternehmen verpflichtet und haben ein schlechtes Gewissen, zu gehen.
Selbstzweifel: Wer in einem toxischen Job arbeitet, hat oft bereits ein angegriffenes Selbstbewusstsein. Die Angst, woanders nicht gut genug zu sein, hält viele zurück.
Gesellschaftliche Erwartungen: Ein gut bezahlter Job oder eine angesehene Position können es schwer machen, sich selbst einzugestehen, dass man nicht glücklich ist.
Wie kann man die richtige Entscheidung treffen?
Gefühle ernst nehmen: Körperliche und emotionale Signale wie Stress, Schlafprobleme oder Gereiztheit sind Warnzeichen. Höre darauf!
Die eigene Angst hinterfragen: Was hält dich wirklich zurück? Ist es die Angst vor finanzieller Unsicherheit oder davor, einen Fehler zu machen?
Realistische Alternativen prüfen: Es muss nicht sofort die Kündigung sein. Ein Jobwechsel lässt sich auch planen. Gibt es Fortbildungen oder andere Möglichkeiten, sich umzuorientieren?
Perspektivwechsel: Stell dir vor, ein guter Freund wäre in deiner Situation – was würdest du ihm raten? Oft sind wir für andere klarer als für uns selbst.
Mini-Schritte statt Radikalentscheidung: Falls der große Sprung beängstigend ist, überlege dir kleinere Schritte – z. B. Bewerbungen schreiben, Netzwerke nutzen oder Teilzeit reduzieren.
Externe Unterstützung holen: Ein Coach oder Therapeut kann helfen, innere Blockaden zu lösen und eine klare Richtung zu finden.
Fazit
Der Verstand hält uns oft in der Komfortzone, selbst wenn diese uns unglücklich macht. Doch langfristig zahlt es sich aus, auf das eigene Gefühl zu hören. Wer sich traut, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, wird einen Weg finden, der sich nicht nur sicher, sondern auch richtig anfühlt. Denn ein Job sollte nicht nur Sicherheit geben – sondern auch Zufriedenheit und Lebensqualität.

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