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Warum es einfacher ist GEGEN etwas zu sein, anstatt FÜR etwas zu sein.

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    info44776
  • vor 15 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

Ob in politischen Debatten, gesellschaftlichen Bewegungen oder im persönlichen Leben – Menschen neigen dazu, sich eher gegen etwas zu positionieren als aktiv für etwas einzutreten. „Gegen Krieg“ zu sein, scheint naheliegender, als sich bewusst für Frieden zu engagieren. Proteste gegen Missstände sind oft kraftvoller als Initiativen, die für positive Alternativen werben. Aber warum ist das so?


Psychologische Mechanismen hinter „Dagegen“ und „Dafür“

  1. Gefahren ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sichUnser Gehirn ist darauf ausgelegt, Bedrohungen schneller zu erkennen als Chancen.

    Die Negativitätsverzerrung (Negativity Bias) sorgt dafür, dass wir negative Ereignisse intensiver wahrnehmen und darauf reagieren. Krieg, Ungerechtigkeit oder Umweltzerstörung erscheinen als unmittelbare Probleme, während Frieden, Gerechtigkeit oder Nachhaltigkeit abstrakter und langfristiger erscheinen.

  2. Gegen etwas sein ist emotional einfacherEmpörung, Wut und Angst sind starke, mobilisierende Emotionen. Sie erzeugen sofortige Handlungsbereitschaft („Das darf nicht passieren!“). Für etwas zu sein, erfordert oft eine tiefere Reflexion: Wie genau stelle ich mir Frieden vor? Was bedeutet Nachhaltigkeit für mich? Diese Fragen sind komplexer und erfordern eine bewusstere Auseinandersetzung.

  3. Gemeinsamer Feind statt gemeinsames ZielGruppen formieren sich schneller gegen eine gemeinsame Bedrohung als um eine gemeinsame Vision. Ein Gegner schweißt zusammen („Wir sind gegen X!“), während eine positive Zukunftsgestaltung oft vielfältiger und individueller ist, was eine größere Abstimmung erfordert.

  4. Kurzfristige vs. langfristige MotivationWiderstand gegen etwas bringt oft sofortige Befriedigung: Ein Protest, ein Boykott oder eine Petition gibt uns das Gefühl, etwas getan zu haben. Der Aufbau von etwas Positivem – wie einer friedlicheren Gesellschaft oder einer nachhaltigen Wirtschaft – braucht mehr Zeit, Geduld und eine langfristige Strategie.


Welche Auswirkungen hat das auf unsere Gesellschaft und Psyche?

  • Spaltung statt Lösungen: Wenn der Fokus nur auf Ablehnung liegt, fehlt oft ein konstruktiver Ansatz. Es entstehen Lager, die gegeneinander arbeiten, anstatt gemeinsam für eine bessere Zukunft zu handeln.

  • Erschöpfung und Resignation: Wer ständig gegen etwas kämpft, kann sich ausgelaugt fühlen. Positives Engagement hingegen kann langfristig erfüllender sein.

  • Mangel an positiven Visionen: Wenn wir nur verhindern wollen, was wir ablehnen, verlieren wir oft aus dem Blick, welche Welt wir eigentlich erschaffen möchten.


Wie können wir den Fokus auf „Für“ statt nur „Gegen“ legen?

  • Positive Sprache nutzen: Statt „Gegen Umweltzerstörung“ → „Für eine nachhaltige Zukunft“ formulieren.

  • Lösungsorientiert denken: Was kann ich konkret tun, um das zu fördern, was ich mir wünsche?

  • Gemeinschaften für das Positive bilden: Bewegungen, die aktiv gestalten, können ebenso stark sein wie Protestbewegungen.


Indem wir bewusst überlegen, wofür wir stehen – und nicht nur, wogegen wir sind – schaffen wir eine Welt, die nicht nur Probleme verhindert, sondern aktiv eine bessere Zukunft gestaltet.


Und manchmal wird dierser psychologische Mechanismus auf verschiedene Weise ausgenutzt – bewusst oder unbewusst. Hier sind einige der wichtigsten Strategien, mit denen dieses „gegen statt für“-Denken gezielt gesteuert werden kann:

1. Der „gemeinsame Feind“ als Ablenkungsstrategie

Regierungen wissen, dass Menschen sich leichter gegen einen Gegner verbünden als für eine gemeinsame Vision engagieren. Deshalb werden oft äußere Feinde oder Bedrohungen hervorgehoben, um von internen Problemen abzulenken.

Beispiel: Statt über soziale Missstände oder wirtschaftliche Fehlentscheidungen zu sprechen, wird die Bedrohung durch äußere Feinde (andere Länder, Terrorismus, Migration) betont, um den Fokus der Bevölkerung zu steuern.

2. Angst als Steuerungsmechanismus

Negative Emotionen wie Angst und Unsicherheit sind effektive Mittel, um Zustimmung und Gehorsam zu erzeugen. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass Gefahr droht, sind sie eher bereit, Einschränkungen hinzunehmen und Autoritäten zu vertrauen.

Beispiel: „Wenn wir jetzt nicht handeln, droht Chaos!“ – Diese Art von Rhetorik wird oft genutzt, um neue Gesetze oder Maßnahmen durchzusetzen, die unter normalen Umständen auf Widerstand stoßen würden.

3. Polarisierung und Spaltung

Je stärker Menschen in „Wir gegen die“ denken, desto weniger können sie sich auf gemeinsame Lösungen konzentrieren. Regierungen (oder politische Gruppen) nutzen das, indem sie gezielt Themen emotionalisieren und Fronten schaffen.

Beispiel: Statt sich konstruktiv mit Themen wie Klimaschutz oder Migration auseinanderzusetzen, werden Lager geschaffen: „Links gegen Rechts“, „Eliten gegen das Volk“ – das hält die Bevölkerung beschäftigt und schwächt mögliche gemeinsame Gegenbewegungen.

4. Problemfokus statt Lösungsfokus

Regierungen betonen oft, was sie verhindern oder bekämpfen („Wir sind gegen Terrorismus“, „Wir bekämpfen Armut“), aber weniger, was sie konkret fördern. Das hält Menschen in einer passiven Erwartungshaltung, anstatt sie zu ermutigen, aktiv an einer besseren Zukunft mitzuwirken.

Beispiel: Anstatt wirklich langfristige Bildungsreformen durchzusetzen, wird nur versprochen, „Missstände zu bekämpfen“, wodurch es oft bei symbolischen Maßnahmen bleibt.

5. Mediennutzung und Skandalisierung

Die meisten Nachrichten sind negativ – weil negative Ereignisse mehr Aufmerksamkeit bekommen. Regierungen nutzen das, indem sie gezielt negative Themen platzieren oder hochspielen lassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Beispiel: Wenn ein Skandal droht, kann er durch die mediale Aufregung um ein anderes Thema überschattet werden.


Fazit: Wie können wir dem entgegenwirken?

  • Bewusst wahrnehmen, wann wir gegen etwas mobilisiert werden und was stattdessen gefördert werden könnte.

  • Politiker danach beurteilen, welche positiven Visionen sie haben – nicht nur, was sie verhindern wollen.

  • Medien kritisch hinterfragen: Welche Themen werden groß gemacht, und wovon könnte das ablenken?


Die große Frage ist:

Wollen wir nur reagieren, oder wollen wir aktiv mitgestalten?

Sobald Menschen sich für etwas einsetzen, sind sie schwerer manipulierbar.






 
 
 

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