top of page

Wussten Sie schon?

Suche

Warum ist die Meinung anderer so wichtig? Psychologische und neurologische Erklärungen

  • Autorenbild: info44776
    info44776
  • 17. März
  • 3 Min. Lesezeit

Jeder kennt es: Ein kritischer Kommentar, ein skeptischer Blick oder das Gefühl, nicht dazuzugehören, kann uns tief verunsichern. Oft fällt es uns schwer, auf unsere innere Stimme zu hören, weil die Meinung anderer scheinbar mehr Gewicht hat als unser eigenes Empfinden. Doch warum ist das so? Warum nehmen wir das Außen oft wichtiger als uns selbst?


Die psychologische Perspektive: Der Wunsch nach Zugehörigkeit

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit ist tief in unserer Psyche verankert. Schon in frühen Jahren lernen wir, dass Anerkennung Sicherheit bedeutet. Wer von seiner Umgebung akzeptiert wird, erfährt Unterstützung, Geborgenheit und Schutz. In der Kindheit orientieren wir uns an unseren Eltern oder anderen Bezugspersonen – wir übernehmen ihre Werte, Normen und Glaubenssätze.

Später übertragen wir diese Mechanismen auf unsere sozialen Gruppen: Familie, Freundeskreis, Arbeitskollegen oder die Gesellschaft als Ganzes. Die Angst vor Ablehnung kann dabei so stark werden, dass wir uns selbst und unsere Bedürfnisse zurückstellen, um in das gewünschte Bild zu passen.


Neurologische Erklärungen: Warum unser Gehirn auf soziale Bestätigung programmiert ist

Studien zeigen, dass soziale Bestätigung ähnliche Belohnungseffekte im Gehirn auslöst wie Essen oder andere angenehme Erfahrungen. Wenn wir Zustimmung erfahren, wird das Belohnungssystem aktiviert – Dopamin wird ausgeschüttet, wir fühlen uns gut und sicher.

Ablehnung hingegen wird von unserem Gehirn als Bedrohung wahrgenommen. Der Schmerz, den wir bei sozialer Zurückweisung empfinden, aktiviert die gleichen Gehirnregionen wie physischer Schmerz. Das erklärt, warum uns negative Meinungen oder Ausschluss so stark treffen können. Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Ablehnung zu vermeiden und soziale Bindungen aufrechtzuerhalten.


Warum fällt es uns so schwer, auf unsere innere Stimme zu hören?

  1. Frühe Prägungen: Schon in der Kindheit lernen wir, dass es wichtig ist, „brav“ zu sein und den Erwartungen anderer zu entsprechen. Eigenständiges Denken wird oft weniger gefördert als Anpassung.

  2. Soziale Medien und ständige Vergleiche: Nie zuvor waren wir so sehr der Meinung anderer ausgesetzt wie heute. Likes, Kommentare und Bewertungen bestimmen oft unser Selbstbild.

  3. Angst vor Ablehnung: Unser Gehirn signalisiert uns, dass Abweichung von der Norm mit sozialer Isolation bestraft werden könnte. Das lässt uns vorsichtiger werden, unsere eigenen Bedürfnisse zu vertreten.

  4. Unklare eigene Werte und Bedürfnisse: Wer nicht weiß, was ihm wirklich wichtig ist, wird leichter von äußeren Meinungen beeinflusst.

  5. Die Welt des Anderen erkennen: Jeder Mensch sieht die Welt durch seine eigene Brille – gefärbt von seinen Erfahrungen, Ängsten und Überzeugungen. Oft projizieren andere ihre eigenen Themen auf uns, ohne es zu merken. Zu verstehen, dass Kritik oder Ablehnung mehr über die andere Person aussagt als über uns selbst, kann helfen, gelassener damit umzugehen.


Wie können wir lernen, uns selbst wichtiger zu nehmen?

  • Bewusstsein schaffen: Erkennen Sie, wann und warum Sie sich von Meinungen anderer beeinflussen lassen.

  • Innere Stimme stärken: Nehmen Sie sich Zeit, um Ihre eigenen Werte und Überzeugungen kennenzulernen. Journaling oder Meditation können dabei helfen.

  • Abstand nehmen: Soziale Medien und der ständige Vergleich mit anderen verstärken die Angst vor Ablehnung. Ein bewusster Umgang mit diesen Einflüssen kann helfen.

  • Ablehnung neu bewerten: Nicht jeder muss uns mögen oder unsere Entscheidungen gutheißen. Wer zu sich selbst steht, wird authentischer und zieht Menschen an, die wirklich zu einem passen.

  • Selbstwert stärken: Je mehr Sie sich selbst annehmen, desto weniger abhängig sind Sie von externer Bestätigung.

  • Den anderen in seiner Blase lassen: Jeder sieht die Welt durch seine eigene Brille. Was jemand über Sie denkt oder sagt, spiegelt oft seine eigenen Themen wider – nicht Ihre Realität. Wer das erkennt und den anderen in seiner Blase sehen kann, kann sich von der Last fremder Meinungen befreien. Reine Übungssache! ;o)


Fazit

Die Meinung anderer beeinflusst uns, weil unser Gehirn darauf programmiert ist, soziale Bindungen zu erhalten. Doch wenn wir lernen, auf unsere innere Stimme zu hören und uns selbst wichtiger zu nehmen, können wir uns von diesem Automatismus lösen. Authentizität bedeutet nicht, gegen alle Normen zu handeln, sondern den Mut zu haben, den eigenen Weg zu gehen – unabhängig davon, was andere denken. Wer versteht, dass andere oft aus ihrer eigenen Blase heraus urteilen, kann gelassener mit Kritik umgehen und sich selbst treu bleiben.




 
 
 

Comments


Featured Posts
Archive

HEILERLAUBNIS

Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, eingeschränkt auf den Bereich der Psychotherapie, §1 Abs.3 Heilpraktikergesetz erteilt vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München (Bayern).

KONTAKTAUFNAHME

0 151 - 55 21 22 23

praxis@benita-feller.de

bottom of page